Far Far Away

Vom Stripper zum Picker

So, endlich melde ich mich wieder!
Es hat sich ein bisschen was getan während meiner letzten Nachricht.

Es gibt auf dieser Farm 228 Gewächshäuser mit 4-12 Beeten. Nachdem ich mich am Planting zu versuchen hatte, wurde ich, wie die meisten Neuankömmlinge, während meiner ersten Woche, wie schon gesagt, möglichst vielen Arbeiten zugeteilt, um meine STärken herauszufinden. Dazu gehörte z-B. das “Strippen”. Nein, ich musste mich nicht an einer Eisenstange räkeln, Gott sei Dank. Sobald in einem Haus alle Blumen gepfückt worden sind, muss es “aufgeräumt” werden. Das bedeutet, dass Drahtnetze zusammengerollt, Stöcker tief aus dem Boden gezogen, Wasserpipelines auseinander geschraubt und neben die Häuser gezogen werden müssen, bevor dann ein Traktor mit großem Pflug die Erde wieder für die Planter herrichtet.

Eine andere Tätigkeit, die ich zu Hauf aufgetragen bekommen habe, war das Hochziehen der erwähnten Drahtnetze. Diese werden unmittelbar nach dem Planten über das gesammte Beet ausgerollt und müssen nach bestimmter Zeit, wenn die Planzen mindesten 30 cm aus dem Boden ragen, an den Holzstöckern entlang des Beetrandes hochgezogen und befestigt werden. Eine sehr simple und eintönige, aber vor allem rückenschädigende Arbeit. Ich musste das 2 mal die kompletten 8h und zweimal nur halbtags jeweils 4h machen. Ich dachte, dass ein Bandscheibenvorfall schon beschlossene Sache sei. Man verbringt während dieser Arbeit, 80 Prozent der Zeit gebückt, da man meist nicht in die Hocke gehen kann, weil das die Pflanzen im Beet hinter einem zerstören würde.

Umso spaßiger ist das Sprayen. Entweder man läuft mit einem kleinen Tank auf dem Rücken durch die Beete und sprüht durch einen Schlauch in der rechten Hand, den man mittels Trigger aktivieren kann, zunächst ein Beet und auf dem Rückweg das linke. Oder aber man hat einen Stab in der linken Hand, der durch ein Kabel, das man in der rechten Hand zieht, mit einem großen, sich auf einem Traktor befindenden Tank verbunden ist. Das Sprayen mit Backpack macht richtig Spaß, das mit dem Stab nicht wirklich, aber es ist ok. Beim ersten mal Sprayen mit dem Stab habe ich mir einen ordentlichen Anschiss abgeholt, da ich die Fernbedienung, die man zum einholen des Kabels beim Zurücklaufen immer mit sich tragen muss, so nass habe werden lassen, dass sie kurzzeitig nicht funktioniert hat. Trotzdem war Craig am Ende von 1 1/2 Tagen von meinen Sprayfähigkeiten sehr angetan und meinte, dass ich eventuell in Zukunft so gut wie jeden TAg mit ihm sprayen könnte.Es ist dann aber ganz anders gekommen, zum Glück.

Die nächsten Tage hatte ich weiterhin viele Drahtnetze hochzuziehen, absolut ekelhaft und langweilig, sowie Häuser zu strippen, was an sich ganz ok ist, aber alleine auch keinen Spaß macht. Schon einige Zeit lang hatte ich begonnen, die Picker, also die Pflücker, zu beneiden. Der Job sah nicht sonderlich anstrengend aus, sie arbeiten immer zu viert im selben Haus und können sich somit den ganzen Tag unterhalten und von Zeit zu Zeit, wenn die Blumen mit einem Truck abgeholt werden, sogar noch Musik hören. Außerdem bekommen sie immer die meisten Stunden und nie freie Tage (was für mich innerhalb der ersten 2 Wochen 3 mal der Fall war), da sie schon um 6:30h statt um 8:00h anfangen.

Am Dienstag letzter Woche fragte mich Felix, ein Picker, der sehr nahe zm Chef steht, wie ich meine Augen-Hand-Koordination einschätzen würde. Bereits am nächsten tag wurde ich dann als Picker angelernt. Es stellte sich heraus, dass sämtliche 4 Picker,sowie die beiden “Pick-up-Boys”, also diejenigen, die die frisch gepflückten Blumen imemr mit dem Truck abholen, innerhalb von 2 Wochen die Farm verlassen würden. Da diese Arbeit aber meist einige Tage Einarbeit erfordert, wurde ich also frühzeitig rekrutiert. Besser hätte es nicht für mich laufen können. Ich war in den anderen Arbeiten, die körperlich sehr anstrengend waren, nie der schnellste gewesen und hatte deswegen keine langfristige Garantie für Arbeit gesehen. Wenn man jedoch einmal Picker ist, bleibt man im Regelfall auch Picker und muss nur gelegentlich bei anderen Arbeiten aushelfen, wenn es früh am Tag keine Blumen mehr zu pflücken gibt. Kurz gesagt, der Pickerjob ist der sicherste, rentabelste und mit der einfachste Job auf der Farm. Jackpot gelaufen.

Damit ich aber auch nächstes Mal noch was zu schreiben habe, sage ich jetz noch nich was man genau machen muss. Ist wahrscheinlich eh nicht so spannend.

Die neue Kreditkarte wird morgen ankommen. Zu meinem Geburtstag bekomme ich ein Netbook, dass hier allerdings erst so in 3-4 Wochen ankommen wird, da meine Familie gerade in Barcelona ist. Jedenfalls bedeutet das, dass ich dann mittels USB-Stick jeden Tag ins Internet kann. Dann werde ich auch endlich Bilder hochladen können.

Ansonsten tut sich hier auf der Farm nicht viel. Das Wetter wird nach 2 regenreichen Wochen langsam besser. Samstags wird in der Küche gemeinsam zu unterschiedlichster Musik getrunken, unter der Woche bleibt es für mich bei einstündiger Lektüre.

Ich hoffe, das Leben in Deutschland geht geregelte Wege. Ich wünsch allen Studenten eine gute Anfangszeit!

Bis zum nächsten Mal

Cheers,

Tille

Schockierende Nachricht

Tja! Es kommt immer anders als man denkt. Alte parole, aber wahr. Diesmal muss ich mich für eine zweiwöchige Pause entschuldigen, aber ihr werdet verstehen warum.

Fangen wir von vorne an.

Der Umzug in das andere Hostel ging reibungslos. Am selben Tag starteten wir 3 unsere Jobsuche so richtig intensiv. Den schnellsten Erfolg erzielte Gregor, der bei einer Catering-Agentur in Sydney angenommen wurde. Auch bei mir lief es recht gut an. Innerhalb weniger Stunden hatten mich 2 Gartenfirmen in den Außenbezirken Sydneys kontaktiert und eine davon zum Vorstellungsgespräch am nächsten Tag (Dienstag) eingeladen. Dazu rief ich bei einer Farm, die kanppe 100km von Sydney entfernt ist, freie Unterkunft und einen guten Lohn bot, an, dessen Chef meinte, ich solle ebnfalls bereits am nächsten tag bis um 16h eingetroffen sein. Aufgrund der freien Unterkunft und des etwas besseren Lohnes entschied ich mich zugunsten der Farm, bereits am nächsten morgen gegen 11h aufzubrechen. Binnen einen Tages hatte ich also einen Job gefunden und den Abschied von meinen Freunden und dem wundervollen Sydney beschlossen.

Als ich am Dienstag frühzeitig in den Zug stieg, war meine Gefühlswelt ein bisschen durcheinander gewirbelt. Nach dem Flug nach Sydney, den ich ja mit Gregor und Paddy zusammen bestritt, war dies endgültig die erste Reise alleine in eine ungewisse Zukunft. Ein paar Zweifel, den körperlichen Ansprüchen nicht genügen zu können kämpften gegen freudige Erwartung und Zufriedenheit, einen Weg gefunden zu haben.

Doch das Gefühlschaos konnte recht schnell erfolgreich mittels 1 1/2 stündigem Schlaf auf der 2-Stunden Zugfahrt bekämpft werden.

Als ich dem Taxi auf der Waldon’s Flower Farm (in Wyee für Google Maps ;) )  entstieg, platzte ich in die Mittagspause der Arbeiter. Craig, der oberste Supervisor, wies mich sofort ein und zeigte mir die wichtigsten Dinge, wie Küche, Meeting Point und Unterkunft. Letztere besteht aus einem Doppelstockbett, das ich zur Hälfte als Ablage alleine benutze, einer Wäscheleine und ein wenig Platz drumherum. Genug Raum zum Schlafen, lesen und Sachen verstauen. Trotzdem habe ich leider ein bisschen Pech gehabt. Die meisten anderen Buden haben wenigstens noch einen Schrank, manche gar einen Spiegel. Mein Fenster ist leider auch nicht zu öffnen, was mitllerweile der Luft nicht gut tut, obwohl ich so oft wie möglich versuche, eine frische Brise in das Zimmerhineinzulocken.

Aber zurück zur Chronologie: Ich hatte gerade ein paar Sachen ausgeepackt und mich kurz umgesehen, da kam Shawn, der unterste von den 5 Supervisorn, auf mich zu und bot mir Arbeit “straight away” an, falls ich möge. Ich willigte ein, wollte ich doch schließlich Bereitschaft zeigen und hatte sonst eh nichts zu tun. In den folgenden 2 1/2 Stunden machte ich das erste mal mit dem Planting Bekanntschaft. Mit einer kleinen Handschaufel muss man ein 8-10cm tiefes Loch buddeln, in dem man eine Zwiebel, die bereits einen kurzen Sprössling hervorgebracht hat, den man Richtung Himmel richten muss, platziert. Drei Löcher nebeneinander, danach die nächste Reihe. Das ein ca. 30m langes Beet entlang und dann auf der anderen Seite zurück, sodass letztendlich 6 Zwiebeln nebeneinander eingeplanzt werden. Klingt eigentlich recht einfach und gut zu bewerkstelligen. Das Problem ist, das dies als Akkordarbeit anzusehen ist. Gary, dem die Farm gehört, erwartet von einem Planter, wenn du dich denn als solcher gezeigt hast, mindestens 6000 Pflanzungen pro Tag. Wenn man das herrunter rechnet, bleiben einem zum Graben und richtigen Platzieren maximal 5 Sekunden. Dazu muss das Beet, wenn es fertig ist, auch noch ein wenig “hergerichtet” werden, sprich mit einem Drahtnetz überzogen damit die Pfalnzen gerade wachsen.

Zu meinem Unglück, wurde ich während meiner ersten 20 Minuten, in denen ich probierte mich mit dieser Arbeit erstmal vertraut zu machen und die Löcher tief genug zu bekommen, was nicht imme so einfach ist, da man entweder mit sehr wenig Platz kniet oder auf dem Boden sitzt und der Boden teilweise sehr hart ist, von dem argwöhnischem Blick bon Neil verfolgt. Neil ist eins schätzungsweise mittfünfziger aus Asien, der so gut wie kein Englisch spricht obwohl er schon seit 18 Jahren auf dieser farm arbeitet. Er hatte wohl einen seiner schlechten Tage erwischt, an dem er alles und jeden zurecht weist. Er kam zu mir und zeigte mir zusätzlich zu den Anweisungen eines anderen Arbeiters, der wenigstens halbwegs Englisch spricht und diese Akkordarbeit jeden Tag ausführt ohne auch nur im Geringsten ins Schwitzen zu kommen, wie ich das zu bewältigen habe. Doch damit nicht genug, er ließ mir zwei Stiche danach machte er einen verzweifelten LAut, riss mir die Schaufel aus der Hand und zeigte es mir nochmal, als ob ich es nicht hätte sehen oder verstehen können. Alles nicht so schlimm ich war ja neu und wollte lernen, wusste dass ich es nicht von Anfang an würde perfekt beherrschen können. Doch das ganze zog sich eine halbe Stunde lang, ohne dass mir Neil wirklich die Chance ließ, mich einzuarbeiten. Ich war unglaublich frustriert und hätte am liebsten noch an meinem Ankunftstag die Fram wieder verlassen. Dann kam Craig und “verscheuchte” Neil und sagte ihm er solle mir eine Chance geben. Craig sagte mir, dass Neil manchmal Tage habe, an dem er einfach mit nichts zufrieden sei. Ich solle nicht auf ihn achten, er habe eh nicht sonderlich viel zu sagen.

Das Resultat dieses Ankuftstages war jedenfalls 4 nicht kleien Blasen an entscheidenden Stellen meiner rechten Hand, die durch meine eher dürftigen und dünnen Gummihandschuhe, die ich mitgebracht hatte, sowie wahrscheinlich auch durch meine Unfähigkeit zustande gekommen waren. Die Frustration wurde noch durch die recht kalte und unpersönliche Atmosphäre gesteigert, die unter den Arbeitern herrschte.

Tobi, ebenfalls ein deutscher Junge meines Alters, der einen Tag vor mir angekommen war, stellte sich jedoch als ganz nett und aufschlussreich heraus und wir teilten zusammen Nudeln und Tomatensauce, da wir beide den Fehler gemacht hatten, die SMS-Anweisung “bring some food” eben nur mit einer Packung Nudeln und Tomatensauce umzusetzen. Völlig geschafft und müde fiel ich ins Bett.

Am nächsten Morgen, nachdem mir ein Mädchen zum Frühstück 2 Toasts mit Marmelade geschenkt hatte, stand die allmorgendliche Arbeitszuweisung um 7.45h an. Gary fährt vor der MAnnschaft vor, berät sich einige Minuten lang mit den Supervisorn und teilt dann jedem Arbeiter seine Aufgaben zu. Zu meinem Entsetzen musste ich zunächst mich weiter mit dem Planting versuchen. Ich war zwar ein wenig schneller geworden, aber ich kam weder wirklich tief noch reicht ich mitnichten an die Geschwindigkeit meines Vorarbeiters Jimmy heran. Nach 2 Stunden wurde ich dann zum Verpacken von Boxen, die die Zwiebeln beinhalten und dann in einem Kühlraum zwischengelagert werden, und deren Aufstapelung auf Paletten zugeteilt. Das war endlich die stumpfe, einfache körperliche Arbeit die ich mir vorgestellt hatte.

Für letzten 2 Stunden teilte mir Neil dann noch das Erheben der schon erwähnten Gitternetze zu. Man zieht sie hoch und befestigt sie an Holzstäben, damit die PFlanzen in der Mitte gestützt werden.

Nachdem Tobi und ich mittags, die zweite PAckung Nudeln und Tomatensauce verschlungen hatten, ließen wir uns nach Feierabend den Weg ins Dorf erklären,da wir uns mit leeren Bäuchen vor ebenso leeren Vorräten fanden. Zusammen mit Ubbo, der an diesem 1. wirklichen Arbeitstag angekommen, und von mir sofort glücklich begrüßt worden war, da er genauso wie ein mit Wasser begossener Pudel auf der Farm stand, wie ich einen Tag zuvor, machten wir uns auf den Weg nach Wyee, von wo aus wir noch eine Station mit Zug nach Morisset zum Supermarkt fahren mussten. Für Hin- und Rückweg benötigten wir dank Warte- und Laufzeit mehr als eine Stunde. Nach einer kurzen Mahlzeit fielen wir völlig ausgelaugt ins Bett.

Bei der Arbeitszuweisung am nächsten Tag (Donnerstag) ging ich leer aus. “You got today off” sagte Gary zu mir. Ich holte erstmal einige Stunden Schlaf nach. Am späten Nachmittag machte ich dann erneut mit Ubbo, der übrigens aus Buxdehude kommt (ich hab erstmal ne halbe stunde gelacht um ihm dann zu beteuern, wie stolz ich bin, jemanden gefunden zu haben der aus diesem vielbenutzen doch von niemand besuchten Ort kommt), auf nach Wyee, da wir gesteckt bekommen hatten, dass man dort bei McDonald’s umsonst ins Internet kommt und Ubbo glücklicherweise ein Netbook aus Deutschland mitgebracht hat.

An diesem Abend las ich die schockierendste E-Mail meines Lebens. Bereits am Tag meienr Ankunft hatt emeinee Bank mit geschrieben, dass meine Kreditkarte gehackt und onfolge dessen von ihnen gesperrt und eingefroren worden sei. Keine Schadensangabe, keine Details. Für mich kommt nur das hektische Aufladen meiner SIM-Karte kurz vor besteigen des Zugs von Sydney nach Morisset infrage. Aufgeregt, aufgewühlt aufgekratzt und wie auch immer zu ebschreiben telefonierte ich mit meienr Mutter, die mich just in diesem Moment anrief, um sich nach meinem Job zu erkundigen.

Das meine lieben Freunde war der Grund, warum ich all meine Internetzeit, meine Nerven und meine Aufmerksamkeit während der letzten 2 Wochen nicht meinem Blog und damit euch, wie ich es zu gern getan hätte, sondern der Organisation von Sperrung der alten, Beantragung einer neuen Karte und allen möglichen anderen Prozessen widmen musste. Das ganze gestaltet sich recht schwierig mit der halben Welt und 8 Stunden Zeitdifferenz zwischen einem selbst und der Bank mit der man kommuniziert. Zum Glückhabe ich eine sich so aufopferungsvoll kümmernde Mutter, die als Zwischenstation fungierte und mir alles weietrleitete, was ich tun hätte; viel schneller als ich es hätte in Erfahrung bringen können.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich vor 2 Tagen mit einem Ohr in den Nachrichten mitbekommen habe, dass Aussies, wie die Australier hier genannt werden, insgesamt um 93 Millionen Dollar durch Internet-banking betrogen wurden. Auch meinen Planting-Vorarbeiter Jimmy scheint es getroffen zu haben. Nur ein kleiner Tropfen Trost auf einem heißen Stein. Ich weiß wahrscheinlich erst morggen oder übermorgen, wieviel Schaden wirklich entstanden ist. Ich ahb aber schnell gemerkt, dass das Leben auf jeden Fall weitergeht. Durch die Arbeit hatte ich auch genügend gute Ablenkung. Ausreichend Bargeld hatte ich auch noch, ich lebe immer noch davon. Inzwischen habe ich aber auch mein erstes australisches Gehalt auf meiner australischen Karte erhalten. Man wird hier wöchentlich bezahlt. Meine neue Karte ist auchs chon unterwegs, der Schaden bereits reklamiert, es steht nur noch ein abschließendes GEspräch an, was sich allerdings schwierig gestaltet, da die Uhren diese Nacht bei uns eine weitere Stunde von den deutschen weggedreht werden, und ich aktuell kein Guthaben mehr besitze.

Insegsamt aber geht es mir ziemlich gut. In der zweiten Woche habe ich mich so richtig einleben können, komme mit den Mitarbeitern jetzt auch gut zurecht. Ich verbringe so gut wie die komplette freie Zeit mit Ubbo, mit ich viellache und Unsinn quatsche :D  Die Zeit vergeht hier sehr schnell. Die Tage verschwimmen ineinander. Man den Tag über immer was zu tun, duscht sich nach der Arbeit, isst, quatscht noch ein bisschen, dann noch ein Stündchen lesen bevor man meist um halb 9 - 9 Uhr einschläft, WENN man nicht in die Stadt gehen muss. Falls doch, was bei häufiger als die üblichen 1-2 mal die Woche wegen Problembewältigung vorgekommen ist, beeilt man sich nach der Arbeit mit der Dusche, isst nur ein Toast und macht sich auf, um dann erst so gegen 10h wieder auf der Farm anzukommen.

Außer arbeiten, essen, trinken, schlafen und lesen bleibt also nicht viel übrig. Und das ist auch gut so: ein weiterer Grund warum man auf dieser Farm gut Geld sparen kann. mit 19.38$/h brutto, einer freien(!) Unterkunft und kaum Möglichkeit Geld aus dem Fenster zu schmeißen, steuere ich dem Ziel, einem Autokauf in 2-3 Monaten beizusteuern, kräftiger entgegen als ich es mir auszumalen gewagt habe, als ich noch in Deutschland war.

Geistlich und körperlich geht es mir, kurz zussammengefasst, wie gesagt ziemlich gut. Die Blasen sind geheilt, der Stress mit der Bank größtenteils überwunden, das Einarbeiten und -leben hintersich gebracht und der erste Freund gefunden.

Das nächste Mal werde ich euch in weiter Einzelheiten der Farm einweihen. Für soclhe die das nicht interessiert, die sollen einfach weiterscrollen :D Ich habe eine große Menge verschiedener Jobs ausführen dürfen, viel Kleinarbeit war dabei aber das lässt es abwechslungsreich bleiben.

Heute koche ich mir dann erstmal schön Reis mit Gemüse und Hähnchen für die nächsten 3 Mittagspausen vor und dann wird noch bisschen gelesen und früh geschlafen, da mein freier Wochenendtag diese Woche auf den Samstag gefallen ist und morgen früh um 8h Neil bereits auf mich warten wird :D

Bis zum nächsten Mal (ich kann irdenwie keine Kommentar-Funktion finden, für alle facebook-Freunde schreibt mir da!)

Cheers,

Tille

Ankunft am Flugahfen

Ankunft am Flugahfen

Urlaub

Soooo, hat viel laenger gedauert als ich es mir vorgenommen hatte, dafuer erstaml ein dickes SORRY, aber hier ist der erste australische Statusbericht:

Nachdem wir an unserem eintaegigen Frankfurt-Aufenthalt davon profitieren konnten, dass das hostel so voll war, dass wir ein kostenloses Upgrade von einem 3-Bett-Zimmer zu einem Apartment bekommen hatten, konnte ich den wegen Aufregung fehlenden Schlaf auf dem Flug nachholen. Von Jetlag war spaeter keine Spur. Frisch angekommen in Sydney, habe ich mich mit Gregor und Paddy an den naechtlichen Hafen gesetzt und bei einem Glas Wein auf das Opera House geblickt. Der erste Tag in Sydney wurde zunaechst mit einer Informationsrunde in unserer Backpacker-Zentrale begonnen, wir erhielten Telefonnummern, Bankkonto etc. Darauf folgte ein erster Spaziergang durch Sydney und im Botanic Garden kam zum ersten Mal das Gefuehl auf, ueberhaupt Europa verlassen zu haben. Die Pflanzen sind hier unglaublich schoen und vielfaeltig, wobei der Botanische Garten auch Pflanzen aus aller Welt “beherbergt”. Die Stadt an sich ist sehr europaeisch, vollgepackt mit jungen Leuten wie uns, die Sydney als Sprungbrett in die Australischen Weiten nehmen oder ihren Aufenthalt hier ausklingen lassen. Viele Skyscraper saeumen die Strassen von Downtown, an dessen ende unser bisheriges Hostel liegt, dass wir uebrigens morgen werden wechseln muessen da die Preise (aufgrund des sehr hohen Standards) utopisch sind. Die neachsten tage waren gepraegt von sehr sehr schoenen Ausfluegen, die alleine die Ausgaben fuer das Starter Package rechtfertigen. Nach einer Bootstour am Donnerstag ueber mehrere Straende mit idyllischer Einsamkeit und ueberwaltigendem Blick auf Sydneys Skyline, inklusive Klippensprung aus 10m ins doch noch recht kalte Wasser, stand am freitag ein Tagesausflug in die Blue Mountains an. Unglaublich. Jedemzu empfehlen der mal in die Naehe von Sydney kommen sollte. Ein Ausblick in eine Guegellandschaft, die abgesehen von steilen Abhaengen eine unglaubliche Vegetation aufweist. Man steht hoch oben und die Baeume schimmern tatsaechlich blau. Ergriffenheit von weite und Schoenheit des sich bietenden Blicks. Unten in einem der Taeler wartete dann sogar der erste Regenwald auf uns. Lianen umschlungende Baeume, die teilweise 25-30m hohe uralte Giganten aus laengst vergangenen Zeiten darstellen. Am liebsten haette ich mich einfach auf den Waldboden gesetzt und mir Tage lang die Geschichten der Baeume erzaehlen lassen, ihrem leisen Rauschen gelauscht und probiert so viel von dieser ruhigen, von Ehrwuerdigkeit aufgeladen Atmosphaere aufzusaugen. Aber wir hatten tatsaechlich nicht mal eine dreiviertelstunde um den 2 Kilometer langen umzaunten Holzweg zu beschreiten. eine schande :P
Der Ausflug zum Bondi Beach gestern war auch ganz cool. Wieder auf Klippen stehend haben wir diesmal die Weiten des Ozeans und die sich schlaengelnde Kueste betrachtet. Die aufschaeumenden Wellen trugen eine grosse Anzahl an Surfern. In mir keimte ein wenig Wehmut auf, ich wuerde diesen Sport zu gern irgendwann einmal ausueben, bin ja aber leider durch mein kaputtes knie nicht dazu faehig. Abends gabs dann zum Abschluss der wilkommenswoche, die sich wie gesagt eher wie Urlaub angefuehlt hat und nicht wirklich auf Arbeitsleben vorbereitet hat, einen Pub Crawl: Mit einem Partzbus gings durch Pubs, ueberall gabs einen fFreidrink, was sehr angenehm war, da man wirkliche utopische Preise auf alkohol zahlt…. oder besser gesagt eben nicht zahlt. So dass wars bis jetzt, meine umsonst Zeit ist grad abgelaufen und ich muss schluss machen. Melde mich dann wahrscheinlich so in einer Woche nochmal per text, wollte eigentlich noch fotos hochladen aber ich schaetzte dass muss ich dann morgen machen.

Keep followin, damit ich euch weiter schoen neidisch machen kann….. und ihr auch SEHT was hier so abgeht und waechst.

bis dahin, greetings from sydney
Tille

Der Gemeinschaftsblog

Zu dritt starten wir in unser Abenteuer. Das bedeutet Gregor und Paddy, 2 Schulfreunde, begleiten mich zu großem Teil auf meiner Reise. Wir werden einen gemeinsamen Blog pflegen, der die erlebnisser von uns allen 3 zusammenfässt. Trotzdem möchte ich hier meinen eigenen Blog betreiben, da wir mit Sicherheit nicht immer zu 3t unterwegs sein werden und mir so auch mehr Platz zur Ausführlichkeit bleibt. Für alle die Lust haben, unsere Gemeinschaftseindrücke mitzuverfolgen und auch mal andere Bilder zu sehen, ist die Überschrift der Link.

Gespannte Erwartung

4 Tage bleiben. Ich verlasse meine Geburtsstadt gen Süden, das erste Mal für länger als 4 Wochen. Diese 4 Tage werden gespickt sein von Vorbereitungen, Besorgungen, Packen, Abschied, Vorfreude, Stress, Realisierungsversuchen und letztem intensiven Einsaugen Berliner Luft und Atmosphäre.

5 Tage sind es, bis ich Deutschland verlasse. Es ist gerade 5 Monate her, da war ich mitten im Abi-“Stress” und habe das hier als ferne Zukunft angesehen.

Jetzt sitze ich hier mitten zwischen einem Gestern und Morgen. Das Jetzt fühlt sich im Moment ganz unwirklich an. Ich denke daran, wie es war, die letzten Jahre: in der Schule, auf Berlins Straßen und Dächern, zu Hause und bei anderen. Und ich denke daran wie es sein wird: in der australischen trockenen Heißluft, riesige zum Nachdenken zwingende Landschaften vor und hinter sich. Harte Farmarbeit - entspannte, einsame Reisen durch Wald und Ebene.

Im Moment bleibt nur abzuwarten was passiert. Das einzig sichere ist die Ungewissheit.

Fest steht, dass ich euch auf Teile meiner Entdeckungsreise mitnehmen möchte und mich über jeden freue, der daran Teil haben will. Ich werde euch meinen Alltag schildern und Bilder von Landschaft, Tieren und Menschen zeigen soweit es mir möglich ist. Ich hoffe, ich werde regelmäßig ans Internet kommen. So gut wie alle Hostels sollen aber einen Acces bereitstellen.

Bis dahin aufgeregte Grüße

Tille

");pageTracker._trackPageview()}catch(err){}